Im September 2024 habe ich nach mehrjähriger Pause – passiert eben im Leben einfach so – meiner Freundin aus Kindheitstagen mit einer digitalen Nachricht zum Geburtstag gratuliert. Solche Daten gehen nicht verloren, trotz der Pausen.
Als Antwort kam die Nachricht, daß sie sehr krank sei, schon seit zwei Monaten. Wir beide haben als Teenager sehr viel, wirklich viel, unnütze Zeit zusammen verbracht. Mir war nach einem Spaziergang sofort klar, daß ich sie besuchen will. Soweit möglich.
War möglich. Ich bin in meinem Leben öfters umgezogen, da räumt man auf und durch. Manches behält man aus Sentimentalität, wegen des Wertes oder der Nützlichkeit. Ich habe immer viel gebastelt und gewerkelt, es gab eine Serie von drei knapp daumengroßen Püppchen mit den Haarfarben dunkelbraun, rot und blond. Wenn ich mich recht erinnere habe ich sie meinen besten drei Freundinnen gewidmet. Es gibt nur noch das blonde Püppchen, und meine nun kranke Freundin hatte mich irgendwann mal daran erinnert. Ich hatte es fast vergessen.
Ganz klar, das blonde Püppi hatte nach 47 Jahren seinen Bestimmungsort gefunden. Beim Besuch haben wir, als Püppi aus der Verpackung erlöst war, zusammen geweint.
Wie schön, meine Freundin hat die Krankheit überstanden.


