Wenn ich schon gefragt werde …

will ich auch Rede und Antwort stehen. Es ist schon einige Wochen her, ich übte eine Meditation zur Verlängerung des Ausatems mit Konzentration auf zwei Stellen im Körper, da tauchte gegen Ende der Übung eine Frage in meinen Gedanke auf. Zunächst wurde sie folgendermaßen formuliert:

„Wenn du die Erde verlässt, was nimmst du als Erinnerungen mit?“
Dann wurde die Frage nochmals in leicht abgeänderter Form gestellt:

„Stell dir vor, du sollst jemandem, der die Erde nicht kennt, erzählen, was man dort findet?“
Hier ist meine Antwort:

Ich erinnere mich an das Folgende.
Die Farbe eines sich verändernden und viel zu schnell vergehenden brennenden Abendrots und eines zarten, erblühenden Morgenrots.
Die nach meinem Arm tastende, aufgeregte, Schutz suchende, schwitzende kleine Kinderhand.
Das Spiegelbild der Wolken in einem Miniatursee, der sich zwischen den verbundenen Wurzeln eines Baumes gebildet hat.
Den Klang einer Glocke oder eines Rufes, um zu einer Versammlung Gleichgesinnter aufzufordern.
Den perfekten Bogen eines Katzenauges, dessen smaragdgrüner Blick gelassen in die Unendlichkeit gerichtet zu sein scheint.
Das goldene Flirren von Staub im Lichtstrahl, der durch eine Luke Zugang zu einem stillgelegten Dachboden findet.
Den unvergleichbaren Geschmack einer einfachen Mahlzeit, die nach einem Tag an der Luft und im Wasser zu sich genommen wird.
Das Rauschen und Wispern von Blättern hochgewachsener, sich im Sommerwind biegender Bäume.
Der würzige und sättigende Geruch des Waldbodens, der unter meinem Schritt leicht nachgibt.
Meinen Arm, den ich einem um Hilfe fragenden Menschen zum Unterhaken anbiete, um ihn ein Stück weit zu führen.
Das Summen der Bienen, während sie ihren Stock umtanzen, umfliegen und schließlich durchs Flugloch eintreten.
Den verdoppelten Atem, der mich nachts begleitet.

Unsere Welt birgt soviel Schönheit, nun stelle ich meine Frage:
Nehmen wir sie wahr, und sind wir dieser Erde würdig?

Bestellung bei Birgitt

Wieder einmal waren es ihre Füße, die sie auf den Weg brachten, ein wenig paradox, aber sie hatte gelernt, mit solch auftretenden Widersprüchlichkeiten zu leben und sie in besonderer Weise wahrzunehmen. Auch dass sich die Schmerzen am zweiten Urlaubstag, nach der ersten Wanderung, zeigten, nahm sie zunächst hin.

Eine gute Freundin hatte ihr einen Rat gegeben, welches Medikament die Frau nehmen könnte, um ihre teilweise ausufernden, besonders nachts stark auftretenden Schmerzen im Fuß in die Schranken zu verweisen. Stechen, Brennen, Ziehen, Bohren, starke Hitze – sie hatte mannigfaltige körperliche Erscheinungen, zeitweise in beiden Füßen, wahrgenommen und beobachtet.

Nun stand sie vor einer Apothekerin und verlangte das gewünschte Präparat. Eine auf den ersten Blick unnahbare Person, keinesfalls unfreundlich, aber eine gewisse Kühle ausstrahlend, das Gesicht durch Schminke und Puder modelliert wie das einer Puppe aus dem Österreich des 19. Jahrhunderts, nahm die Apothekerin den Wunsch der Frau entgegen. Um nachzuschauen, ob das Präparat vorrätig war, bewegte sich die Apothekerin mit kleinen, abgezirkelten, automatisch wirkenden Bewegungen in den hinteren Bereich der Räumlichkeiten. Nein, man müsse es bestellen, war die Information.

Es entspann sich ein Beratungsgespräch, in dessen Verlauf die Frau eine unterschwellige Verbundenheit spürte. Da sie versäumt hatte, ihre Freundin nach der genauen Dosierung zu fragen, sollte die Bestellung der passenden Darreichungsform telefonisch erfolgen – es gab einen unprätentiösen Zettel mit Stempel der Apotheke und einer handgeschriebenen Telefonnummer.

Am Tag darauf stand die Frau wieder vor dem Thresen, die Apothekerin erinnerte sich und fragte: „Ach, es war der Fuß, nicht wahr?“

Die Frau legte kurz und knapp ihre Hilflosigkeit ob des Schmerzes dar, da sie nicht wusste, wie ihm beizukommen war und daß deswegen ein Termin bei einem hiesigen klassischen Orthopäden anstand.

Die Apothekerin bekam einen anderen Blick, ihr ganzer Ausdruck änderte sich und sie gab preis, seit einer Fussoperation vor zwei Jahren immer noch mit Schmerzen zu leben, was das Ganze in Mitleidenschaft zöge. Mehr brauchte sie nicht zu sagen, die Frau verstand augenblicklich, was „das Ganze“ bedeutete.

So standen sich beide im gegenseitigen Verständnis gegenüber, die Frau wünschte der Apothekerin zum Abschied alles Gute und da war es: ein Lächeln, welches ihre eigentliche Wesensart offenbarte.

Die Frau verließ im Gewahrsein über das verbindende Netz, welches kurz spürbar und leuchtend gewesen war, die Apotheke.

CHi – 10.06.2022

Netzfund

Über Seelenruhe

In einem feinen dünnen Buch habe ich in einem Absatz etwas gefunden, was mich beschäftigt. Es geht um die Wüstenväter/mütter und die Sätze lauten:

„Was wird an mir selber klar, wenn ich mich mir selber aussetze?“
und
„Wo du siehst, dass deine Seele Ruhe hat und keinen Schaden erleidet, dort lass dich nieder.“

Momentan ist das nicht ganz so einfach, diesen Platz zu finden, aber manchmal, ja manchmal fühlt es sich so an. 🌳

EIN Platz. Die zitierten Sätze stammen aus dem Buch:
„Was heilt uns?“ Hg. von Michael Seitlicher

Auf der Fensterbank

Da sitzt etwas Dunkles auf der Fensterbank. Es hat die Beine angezogen und die Arme um die Unterschenkel gelegt. Es schaut mich an. Ohne die Lippen zu bewegen, stellt es mir die Frage: „Wenn du Mutti oder Vati retten könntest, bevor einer von ihnen in die Tiefe stürzt – wen würdest du wählen? Überlege gut, du kannst nur einen retten.“

Ich liege in meinem Kinderbett und suche die Antwort, was mich in Konflikte stürzt. Ich kann mich nicht entscheiden. Und das ganze Überlegen führt zu einer weiteren Frage: Was ist der Tod? Was bin ich, wenn ich tot bin? Wo bin ich dann? Unvorstellbares nimmt von mir Besitz. Aber ich lebe. Immer noch. 

Da melden sich Jahre später die, die nur kurze Zeit gelebt haben. Und weil ich immer noch lebe, kann ich sie nennen, mit Namen. Dann ist es gut.

Karin, Gerda, Klaus, Cornelius.

CHi – April 2020

Raus

Am vergangenen Sonntag rückte meine Idee einer Raus-Aus-Zeit näher, ich habe mir 5 Tage nur für mich in einem Bauwagen gebucht, Ende April. Es gibt dort einen Apfelbaum, das war mit der ausschlaggebende Grund für die Wahl meiner Unterkunft. Und wenig Ablenkendes sollte es geben, nur Natur, viel Raum, See, Zeit, den Apfelbaum, Momente und – mich.

Der auf airbnb gefundene Standort

Prompt erreichte mich einen Tag nach meiner Buchung der monatliche Beitrag eines Blogs, den ich schon mehrere Jahre gerne lese/inhaliere. Ich möchte mit Erlaubnis von Raffaela, der Übermittlerin, einen Auszug aus dem Support der Geistigen Welt für den Monat März 2026 teilen:

Es ist relevant, dass ihr euch liebt, so, wie ihr seid.
Eine kleine Übung dazu:

Stellt euch einfach vor, ihr seid ganz normal gekleidet, so, wie immer, euer Hab & Gut liegt in einem mittelgroßen Koffer, den ihr bei euch tragt. Das ist alles. Punkt. Kein Haus, keine Wohnung, keine Freunde, keine Familie, nichts. Nur das, was ihr am eigenen Leib tragt und in dem Koffer verstaut habt.

Das seid ihr.

Nichts mehr, was euch pseudomäßig trägt oder ablenkt, manipuliert oder beeinflusst oder deckelt … keine materiellen oder menschlichen Anhaftungen. Einfach du.

Was macht das mit dir?

Du bist also absolut auf dich selbst zurückgeworfen, auf dein Sein, deine Seele, dein Potenzial, deine Ressourcen, dein Gefühl zu dir.

Selbst.Liebe bedeutet, seinen eigenen Wert für sich in sich zu erkennen, zu fühlen, zu sich zu stehen und dieses zu leben – auf allen Ebenen des Seins unabhängig von materiellen und immateriellen Dingen, einfach so – pur Du.

Wenn du dich fühlst, losgelöst von allem:
Das ist Selbst.Liebe.

Du machst dich quasi auf allen Ebenen „blank“, weiße Landschaft, weißes Blatt Papier; du bist frei und unabhängig von allem, was auf Erden ist, du bist einfach nur Du.

Und aus dem Gefühl der Selbst.Liebe heraus, aus deinem Du gestaltest du dein Leben.

Hier geht es zur vollständigen Nachricht.

März: Aufbruch in den Frühling

Die Sonne besucht uns wieder öfter, das zaubert ein Lächeln auf unser Gesicht.