Worte wie Glocken – wecken mich auf und beleben mich. Worte wie Injektionen – lassen mein Blut rauschen und pulsieren. Worte wie Rosen – duften verführerisch, lassen mich verweilen und inhalieren. Worte wie Kometen – ziehen zielstrebig ihre Bahn und nehmen mich mit auf ihre leuchtende Reise in andere Räume.
Worte wie Knochen – ich umkreise sie, witterte, ängstlich. Sie ziehen mich an, ich kann ihnen nicht widerstehen. Vorsichtig nehme ich von ihrem Fleisch in kleinen Häppchen, manchmal. Ungeduldig, hungrig reisse ich große Brocken heraus, öfters.
Die Knochenworte nähren mich, nachdem ich sie zu mir genommen habe, lasse ich sie ruhen, ich verstoffwechsele sie.
Zur richtigen Zeit, es kann nach Jahren, Wochen, Tagen oder Stunden passieren, drängen sie, immer stärker werdend, von unten herauf, aufwärts, immer höher, sich untereinander verkettend erblicken sie das Licht der gegenwärtigen Welt.
– CHi, 25.07.2025 –


